BEWEHRTE ERDE

Funktionsweise einer bewehrten Erde

Das Schüttmaterial wird schichtweise auf einem hochfesten Geotextil eingebracht und verdichtet. Dabei leitet der Erdkörper die entstehenden Druckkräfte ab, während das Geotextil durch seine Verankerung die Zugkräfte aufnimmt. Die Erde und die Bewehrungselemente verzahnen sich, was durch die Reibung zwischen beiden Materialien zusätzliche Stabilität bringt. Je höher die Konstruktion wird, desto weiter nach hinten müssen die Geotextilbahnen verlegt werden, um eine ausreichende Reibung und Rückhaltewirkung zu gewährleisten.

Vergleich vorher/nachher

Die Bilder zeigen deutlich, dass bereits nach wenigen Wochen die Struktur der bewehrten Erde kaum noch sichtbar ist, da sie vollständig mit Gras überwachsen ist. Dadurch fügt sich ein solches Bauwerk hervorragend in das Landschaftsbild ein.

Aufbau einer bewehrten Erde

Bestandteile: hochfestes und beständiges (ca. 100 Jahre Lebensdauer) Geotextil, gebogene Baustahlmatten, Versteifungsanker, besamtes Biogewebe oder Jute

  1. Zu Beginn werden die gebogenen Baustahlmatten entsprechend der Planung aufgestellt, der Länge nach zusammengebunden und mit U-Bügeln gegen Verrutschen gesichert.
  2. Im Anschluss wird die Jute bzw. das Biogewebe als Erosionsschutz eingebaut; diese Materialien können bereits den Pflanzensamen enthalten.
  3. Anschließend wird das Geotextil in vorgegebenen (statisch berechneten) Längen mit einem Überhang von 1–2 m über den Stahlmatten auf der ebenen Unterlage ausgelegt und mit Abstandhaltern fixiert.
  4. Darauf wird das Schüttmaterial in zwei Lagen aufgebracht und verdichtet, um einen optimalen Kraftschluss zu gewährleisten. Bei begründen Bauwerken werden im vorderen Bereich ca. 20 cm Humus verfüllt.
  5. Das zuvor mit Überhang verlegte Geogitter wird nun zurückgeklappt und ebenfalls im Verfüllkörper eingebaut.
  6. Darauf aufbauend werden die restlichen Lagen schichtweise errichtet.